Gewinner und Verlierer der Finanzkrise
Das Krisenjahr 2008 brachte nicht nur zahlreiche Verlierer mit sich, einige Investoren und Unternehmen profitierten auch davon. So mussten zwar die Bankenchefs Georg Funke von der Hypo Real Estate, Daniel Bouton von der Societe Generale, Hans Berger von der HSH Nordbank AG und Richard Fuld von der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers Inc. ihren Platz räumen, doch dagegen zählte die weltgrößte Fast-Food-Kette McDonald’s zu den ganz großen Gewinnern: Ein Plus von stolzen elf Prozent hieß die Bilanz im dritten Quartal dieses Jahres. Jim Skinner, Chef der Schnellrestaurantkette, betitelte sein Unternehmen als „rezessionsfest”. Während Jerry Yang, Gründer der Suchmaschine Yahoo!, eine Übernahme von Microsoft abwehrte, eine sich nicht auf eine Kooperation mit seinem Konkurrenten Google einigen konnte und sich infolgedessen vom Chefsessel es Unternehmens verdrücken musste, schossen die Aktien der von dem ohnehin schon milliardenschweren Warren Buffett geführten Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway mit einem Gewinn von 36 Prozent in die Höhe. Dennoch sei der reichste Mann der Welt mit einem geschätzten Vermögen von 62 Milliarden Dollar aufgrund seiner Investitionen bei Goldman Sachs wieder um einiges ärmer als vor der Finanzkrise.
Dagegen können sich japanische Banken ins Fäustchen lachen: Während ihre amerikanischen, britischen und deutschen Partner mit der Existenz zu kämpfen haben, kauft die Nomura Holdings gelassen die Investmentbanksparte der insolventen Lehman Brothers und die Mizuho Financial Group erweitert ihre Anteile an der Bank of America. Auch die New Yorker Bank Morgan Stanley sah sich gezwungen, 20% an die Mitsubishi UFJ Holdings zu verkaufen. Weitere Gewinner sind der günstige Mini-Notebook-Hersteller Acer und John Thain, Chef des Finanzdienstleistungsunternehmens Merrill Lynch & Co. (ML).
