Einkaufsflaute zur Weihnachtszeit bleibt aus

Der Handel in Deutschland, Österreich, Italien und vielen weiteren Ländern scheint höchst zufrieden mit der Einkaufsfreude der Verbraucher zur Weihnachtszeit. Trotz Krisenjahr und befürchteter Resignation vor Weihnachten kaufen die Menschen auch dieses Jahr wieder eifrig Weihnachtsgeschenke – und mancherorts sogar mehr, als in den vergangenen Jahren. Schon in der Adventszeit sei das Geschäft zufrieden stellend gewesen, meinte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Einen Boom durfte wieder die Unterhaltungsbranche verzeichnen: Mp3-Player, Flachbildfernseher, Digitalkameras und Spielkonsolen sind dabei der Hauptanlaufgrund und die Händler konnten sogar eine positive Bilanz von zwei Prozent zum Vorjahr verbuchen.

Der große Kaufrausch blieb in Großbritannien trotz drastischer Senkung der Steuer zur Vorweihnachtszeit aus. Schon vor den Feiertagen lockten vielerorts die Geschäfte mit Rabatten von bis zu 50 Prozent, für Heiligabend sind sogar Preisreduzierungen bis 90 Prozent zu erwarten.

Zu kurz kam dieses Jahr auch die Tourismusbranche nicht: Trotz Finanzkrise und hoher Energiepreise zur Jahresmitte blieben die Weihnachtsflüchtlinge in die Karibik und auf die Malediven nicht aus.

Auch in Slowenien und Bulgarien sei man zufrieden, so Ljubljanas Zeitung „Delo” und der Arbeitgeber- und Industrieverband. Lediglich Frankreich kann sich noch nicht über die Weihnachtszeit im Handel freuen; vor allem im Textilbereich fehlt es an Kunden. Wahrscheinlich kann sich dort nur einer wirklich freuen: dem deutschen Discounter Lidl mit seinen Filialen in Frankreich bescherte das diesjährige Weihnachtsfest weit bessere Einnahmen als erwartet.

Die Weltwirtschaftskrise hat womöglich also die Geldbeutel der Verbraucher noch nicht erreicht; bisher haben nur einige ganz großen Unternehmen und Einzelhändler ein deutliches Minus feststellen müssen, der Normalverbraucher jedenfalls will sich davon das Weihnachtsfest nicht vermiesen lassen.

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