Archiv für Finanzkrise

Finanzkrise und Einlagensicherung

Die Finanzkrise greift immer weiter um sich, sodass der Eine oder Andere doch Angst um sein hart erspartes Geld hat. Die Krise schüttelt die ganze Nation und verunsichert selbst die Deutschen Anleger. Doch an dieser Stelle sei allen Anlegern in Deutschland gesagt, dass ein Totalverlust der Ersparnisse in Deutschland nahezu ausgeschlossen ist. Wer sein Geld bei einer deutschen Bank angelegt hat, kann sich in Sicherheit wiegen.
Heutzutage sind sämtliche Banken dem Einlagensicherungsfonds angeschlossen. In diesen zahlen die Banken ihre Beiträge ein, sollte eine der Banken tatsächlich einmal zahlungsunfähig werden, was aufgrund des von der Regierung geschnürten Finanzpakets wohl kaum der Fall sein dürfte, so können die Anleger trotzdem das Geld aus eben diesem Fonds erhalten. Dabei sind alle Guthaben der Kunden abgesichert, maximal bis zu 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank. Da dieses Eigenkapital der Banken regelmäßig im Millionen- bzw. Milliardenbereich angesiedelt ist, fallen auch die Einlagensicherungen entsprechend hoch aus, sodass kaum eine Chance besteht, sein Geld zu verlieren.

Allerdings werden über den Einlagensicherungsfonds nur die so genannten „Nichtbankeneinlagen“ geschützt. Das heißt, die Sicht- und Termineinlagen, die Guthaben auf Girokonten, Sparkonten, auf Tages- oder Festgeldkonten, sowie Sparbriefe, die auf den eigenen Namen lauten, sind über den Einlagensicherungsfonds abgesichert. Dabei gilt dies sowohl für die Guthaben von Privatpersonen, als auch von Unternehmen.

Nicht abgesichert sind allerdings Verbindlichkeiten der Bank, die beispielsweise in Form von Inhaberschuldverschreibungen ausgegeben wurden. Auch Inhabereinlagenzertifikate sind nicht über den Fonds abgesichert, sodass hier ebenfalls Vorsicht geboten ist. Gleiches gilt selbstverständlich für Aktien, die ohnehin nicht der Bank gehören, sondern bei denen bei der Bank nur ein entsprechendes Depot eingerichtet wird.

Chronologie eines Finanzbankrotts!

15. September 2008
Der Konkurs von Lehmann Brothers gilt als Auslöser der Talfahrt an den globalen Börsen.

22. September 2008
Die Investmentbanken Goldmann Sachs und Morgan Stanley firmieren als Geschäftsbanken um.

1. Oktober 2008

Der US-Senat stimmt dem Rettungspaket für die Finanzbranche über 700 Milliarden US-Dollar zu.

5. Oktober 2008
Die Bundesregierung und die Finanzbranche einigen sich auf ein Hilfspaket für die angeschlagene Hypo Real Estate.

7. Oktober 2008
Die EU-Finanzminister beschließen, Spareinlagen von mindestens 50.000 Euro zu garantieren.

8. Oktober 2008
Die Fed, die EZB sowie andere Notenbanken weltweit senken ihre Leitzinsen um 0,5 Prozentpunkte.

10. Oktober 2008
Der Nikkei verliert innerhalb einer Woche 25 Prozent, der DAX bricht um 22 Prozent ein.

13. Oktober 2008
Die Bundesregierung einigt sich auf ein deutsches Banken-Rettungspaket von 480 Milliarden Euro.

14. Oktober 2008
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sehen Deutschland „am Rande einer Rezession“.

15. Oktober 2008

Der EU-Gipfel billigt den Plan der Euro-Länder gegen die Krise.

20. Oktober 2008
Die Regierung beschließt die Rechtsverordnung zur Durchführung des Finanzmarktstabilisierungsfonds.

25. Oktober 2008
Südostasiatische Staaten richten für ihre Finanzbranche einen Rettungsfonds in Höhe von 80 Milliarden US-Dollar ein.

28. Oktober 2008

Die EU-Kommission genehmigt das deutsche Rettungspaket für die Finanzbranche.

29. Oktober 2008
Hypo Real Estate beantragt eine Liquiditätsbereitstellung in Höhe von 15 Milliarden Euro.

30. Oktober 2008
Laut Finanzminister Peer Steinbrück wollen weitere Geschäftsbanken Mittel aus dem Rettungspaket abrufen.

3. November 2008

Die HSH Nordbank nimmt das Rettungspaket der Regierung in Anspruch. Auch die Commerzbank will Garantien beantragen.

11. November 2008
American Express wandelt sich in eine Bank und erhält Zugang zu Krediten der US-Notenbank.

15. November 2008
Beim Weltwirtschaftsgipfel beschließen die G20-DStaaten einen Aktionsplan zur Stabilisierung der Finanzmärkte.

Weltweite Rettungspakete für die Finanzmärkte

Bankgarantien, Eigenkapitalfinanzierung und direkter Aufkauf fauler Kredite, in Milliarden Euro:

  • 571 Großbritannien
  • 519 USA
  • 500 Deutschland
  • 400 Irland
  • 360 Frankreich
  • 220 Niederlande
  • 139 Russland
  • 100 Österreich
  • 100 Spanien
  • 100 Südkorea
  • 48 Schweiz
  • 41 Norwegen
  • 40 Italien
  • 30 Saudi-Arabien
  • 28 Griechenland
  • 20 Portugal
  • 15 Japan
  • 8 Australien
  • 5 Ungarn
  • 5 Belgien
  • 4 Katar

Insgesamt: Über 3.200 Mrd. €

Die Maßnahmen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung

Der Rettungsplan

Staatliche Garantien

  • Zur Absicherung des Interbankenhandels und anderer Refinanzierungsgeschäfte stellt der Staat gegen Gebühr Garantien zur Verfügung. Gesamtvolumen bis zu: 400 Mrd. €
  • Für eventuelle Ausfälle stehen bereit: 20 Mrd. €

Auflage
Der Fonds darf die Geschäftspolitik der Banken überprüfen

Risikoübernahme
Der Fonds kann gefährdete Wertpapiere und Forderungen von Banken übernehmen. Diese erhalten im Gegenzug Schuldtitel des Bundes. Die Obergrenze soll bei 5 Mrd. Euro pro Unternehmen liegen. Der Fonds verlangt für die Risikoübernahme eine Verzinsung.

Auflagen

  • Der Fonds darf die Geschäftspolitik der Banken überprüfen
  • Keine Dividendenausschüttung
  • Vergütungs- und Abfindungsregelungen für die Manager

Rekapitalisierung
Um die Eigenkapitalbasis der Banken zu Stärken, kann der Fonds zum Beispiel neuausgegebene Aktien oder stille Beteiligungen erwerben. Die Obergrenze soll bei 10 Mrd. Euro pro Unternehmen liegen. Die Kapitaleinlagen werden marktgerecht vergütet.

Auflagen
Zusätzlich zu den Auflagen bei der Risikoübernahme muss sich die Bank zur marktüblichen Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen verpflichten.

Für Risikoübernahme und Rekapitalisierung stehen zur Verfügung: 80 Mrd. €

Abschreibungen deutscher Banken durch die Finanzkrise in Milliarden Euro

• IKB 10,3
• Deutsche Bank 9,2
• BayernLB 4,8
• LBBW 3,3
• WestLB 3,2
• Dresdner Bank 2,7
• HSH Nordbank 2,3
• DZ Bank 1,8
• Sachsen LB 1,8
• Commerzbank 1,6
• Postbank 0,9
• Hypo Real Estate 0,8
• HVB 0,5
• Helaba 0,5
• Nord/LB 0,4
• LBB 0,1

(Quelle: Spiegel.de)